Kinder erzählen über ihre Heimat – Der syrische Alltag

Der Alltag in Syrien ist eigentlich so, wie in Deutschland. In der Schulzeit mussten wir früh aufstehen und saßen dann bis 1 Uhr in der Schule. Meine Lehrerinnen und Lehrer waren sehr nett und wir hatten Schulfächer wie Arabisch, Mathematik, Sport, GL (das ist so etwas wie Geschichte) und Englisch. auch Religion. Der Religionsunterricht in Syrien sieht anders aus, als in Deutschland. Wir lernen da nämlich nicht die christliche Religion, sondern die islamische, die sehr schwierig zu lernen ist. Aber natürlich gibt es in Syrien auch Ferien: Im Sommer, im Herbst und im Frühling. Es gibt aber keine Weihnachtsferien und Osterferien, weil es diese Feste ja nicht gibt, im Islam. Ich fand es toll, jeden Tag meine Freunde zu sehen. Nach der Schule und nach dem Mittagessen und nach den Hausaufgaben hatten wir die Möglichkeit, Sport zu treiben, wie z.B. Fußball, Basketball und Taekwondo. Ich war im Fußballverein und habe jeden Tag Taekwondo gespielt.

In den Ferien bin Ich mit meiner Familie, mit der ich in Al Hasaka gelebt habe, manchmal in Orte wie z.B. Tartus gefahren. Al Hasaka liegt am Meer und ist sehr schön. Wenn wir aber nicht in den Urlaub gefahren sind, bin ich mit meinen Freunden ins Kino gegangen oder schwimmen gefahren.

Zum Schwimmen ist das Wetter in Syrien perfekt. Es ist höchstens zwei Wochen sehr kalt und sonst immer angenehm warm. Das Wetter in Deutschland ist dagegen sehr anders.

Ihr habt bestimmt schon von den großen islamischen Festen gehört, wie das Opferfest oder das Zuckerfest. Aber wir Kurden feiern noch ein weiteres Fest: Nouruz. Das Fest geht drei Tage und die ganze Familie trifft sich extra dafür. An einem der drei Tage wird ein ganz großes Feuer gemacht, es gibt leckeres Essen, es wird getanzt und gefeiert. An den anderen Tagen feiern wir weiter.

Als der Krieg begonnen hat war auf einmal alles vorbei. Es gab weder Freizeitangebote, noch konnten wir draußen spielen. Irgendwann haben Meine Eltern entschieden, nach Deutschland zu gehen. Als wir in Deutschland angekommen sind, war ich so froh, weil wir endlich wieder draußen spielen können, es gibt wieder Freizeitangebote und ich kann sogar Taekwondo machen, wie in Syrien. Aber meine Großeltern, meine Freunde, die vermisse ich sehr.

Die Schule in Deutschland ist auch echt gut. Manche Fächer kannte ich noch gar nicht, wie z.B. Kunst. Und mein Lieblingsessen, das ich in Syrien hatte, nämlich Pizza und Pommes, gibt es hier ja auch. Seit kurzem gibt es hier einen Arabischkurs für die kleinen Kinder, weil die ja auch ihre Muttersprache lernen möchten, das finde ich sehr gut.

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